Question Thinking

Die Kunst, die richtigen Fragen zu stellen

Mach es dir leichter!
  • Kritiker- vs. Lernfragen
  • Entscheidungen treffen mit System
  • Schutzraum Komfortzone
  • Bewusst unbewusste Blockaden lösen!

Die Kunst, die richtigen Fragen zu stellen

A: Ben und ich haben uns vor einiger Zeit das gleiche Buch gekauft, das uns beide aus unterschiedlichen Perspektiven, wie das bei uns halt so ist, schwer beeindruckt hat. Das Buch heißt Question Thinking – Die Kunst, die richtigen Fragen zu stellen von Marilee Adams.

Kurz zum Inhalt:

Der Protagonist, Ben, kommt in seinem neuen Job, einer Führungsposition nicht so gut an, wie erwartet und wird von seiner Vorgesetzten, die ihn auch in die Position geholt hat, zu einem Coach geschickt. Dieser lehrt ihn, Fragen zu stellen. Und nicht nur irgendwelche Fragen, sondern eben bessere Fragen.

Im ersten Satz des Buches heißt es: Beim Question Thinking geht es um unsere Fähigkeit, unser Denken in jedem Moment zu kontrollieren.

Es heißt, was man denkt, geschieht. Die Gedanken beeinflussen die Gefühle und umgekehrt. Das heißt, es ist wichtig zu kontrollieren, welche Gedanken denke ich, weil ich daraus ableiten kann, warum geht es mir jetzt so, wie es mir gerade geht? Warum fühle ich mich jetzt so?

Mir ist wichtig, dass dieses Kontrollieren auf eine positive, gute Art geschieht, das heißt, dass ich mich nicht schuldig fühle, oder mich runter mache, wenn ich die Kontrolle mal nicht so übernehmen habe können, wie ich mir das vorgestellt hätte. Oder wenn man es auch einmal gar nicht geschafft hat.

Das Tolle an dem Buch ist, dass es ganz viele Inhalte anbietet, wie man die Kontrolle wieder gewinnen und wieder übernehmen kann – wie man auf positive Art seine Fragen umstellen kann.

Negative Gedanken loben!

B: In einem Tony Robbins Podcast habe ich unlängst gehört, dass man auch negative Gedanken loben soll. Negative Gedanken sind ein Call to Action (CTA). Dein Körper zeigt dir, dass etwas nicht in Ordnung ist. Sobald du dir bewusst bist über deine negativen Gedanken ist es gut, weil es ein CTA ist etwas zu verändern.

Oft steckt man in einer Spirale fest und denkt nur negativ und negativ und negativ, wenn man es als CTA sieht und sich einen Plan entwirft, wie man sich das zunutze machen kann, haben auch negative Gedanken etwas Positives.

Kritikermodus vs. Lernmodus

Marilee Adams unterscheidet dafür in ihrem Buch zwischen Kritikerfragen und Lernfragen.

A: Das ist der Part, an dem man sich selbst gut beobachten kann, um diese Kontrolle wieder zu gewinnen oder gar nicht erst abzugeben.

Wir stellen die Kritiker- und Lernfragen einander direkt gegenüber:

KritikerfragenLernfragen 
Was ist nur mit mir los?Was schätze ich an mir?
Was nur mit den anderen los?Was schätze ich an den anderen?
Wessen Schuld ist es?Wofür bin ich verantwortlich?
Warum sind die anderen so dumm und frustrierend?Was denken, fühlen und wollen die anderen?
Haben wir das nicht bereits versucht?Welche Schritte sind sinnvoll?
Wozu das alles?Was ist möglich?
Wie kann ich beweisen, dass ich recht habe?Was kann ich lernen? Was ist von Nutzen?

Kritikerfragen sind voller Selbstvorwürfen.

Lernfragen sind voller Möglichkeiten, die Richtung zu ändern, Lösungen zu finden. Verantwortungen zu übernehmen und aufzuteilen. Man kann auch völlig neu und anders reagieren.

Wir Menschen tendieren dazu, Schuldige zu suchen, sich in negativen Spiralen zu verirren: „ach hätte ich doch, ach wäre ich doch,…“.

Dem Voran gehen oft solche oben genannte Kritikerfragen. Wenn wir es schaffen, in den Lernmodus umzuschalten, haben wir die Möglichkeit, das Thema, die Situation und uns selbst aus einer anderen Position und Perspektive zu betrachten.

Reaktiv vs. Proaktiv

B: Ein anderes meiner Lieblingsbücher ist Die 7 Wege zur Effektivität von Stephen R. Covey:

Im Kritikermodus bist du automatisch im Reaktiven Modell: wo du nichts selbst beeinflussen kannst.

Wenn du im Lernmodus bist, im proaktiven Modell, dann hast du alles selbst in der Hand, was du kontrollieren kannst und was du nicht kontrollieren kannst, darüber machst du dir keine Gedanken, weil du es eben ohnehin nicht beeinflussen hast.

In meinem Sprintmeeting habe ich mit meinem Team die Erfahrung gemacht, dass wir am Anfang alle sehr im Kritikermodus waren. Wir haben uns Fragen gestellt wie: „Wozu das alles? Haben wir das nicht schon alles gemacht?“

Anstatt die Fragen zu stellen: „Was ist alles möglich, Welche Schritte sind wesentlich?“ Mir ist aufgefallen, dass dieser Kritikermodus sehr oft dadurch entsteht, dass Dinge unklar sind. Wenn Aufgaben, Verantwortungen, Rollen, Zeiten, Termine, das Warum dahinter unklar ist. Was uns extrem geholfen hat, war Klarheit zu schaffen. In proaktive Verantwortungen, in Aufgaben, in Terminen.

Allein diese Klarheit hat es gebraucht, damit die Leute sich einbringen haben können, weil der Weg klar wurde. Und wir sind automatisch aus der Abwärtsspirale, aus dem Kritikermodus, in eine Aufwärtsspirale, in den Lernmodus gekommen. „Was können wir noch alles testen? Was können wir lernen? Welche Experimente können wir noch durchführen? Welche Punkte sind jetzt wesentlich und welche nicht?“ Wir sind automatisch in einen Lernmodus gekommen.

Alle, die trotz der Klarheit immer noch das Problem haben mit dem Fingerzeig, oder Schuldige zu suchen. Oder sich die Frage stellen, was ist nur mit meinem Team los? Oder mein Team zieht den Kopf ein.

Das Base-Modell nach Marilee Adams

BASE sind die Anfangsbuchstaben für dieses Entscheidungsmodell.

B – Befrage dich!

Bin ich im Kritikermodus? Funktioniert dann das, was ich tue, vorhabe?

A – Atme bewusst!

Sollte ich einen Schritt zurück machen, innehalten und mir neue Sichtweisen eröffnen?

S – Sei neugierig!

Was geschieht tatsächlich (mit mir, mit anderen, mit der Situation)? Welche Informationen fehlen mir noch?

E – Entscheide!

Wie sieht meine Entscheidung aus? Welche Option wähle ich?

Wenn ich alle Schritte durchgemacht habe, bin ich in einer guten Position, gute Entscheidungen zu treffen.

Dann kann es sein, wenn ich diesen BASE Entscheidungsprozess durchgehe, dass ich feststelle, ja ich bin im Kritikermodus. Dann habe ich wiederum 2 Möglichkeiten: entweder, ich bleibe im Kritikermodus und wähle, dass ich mir Vorwürfe mache und Schuld gebe, oder einen Schuldigen suche. Oder ich versuche, in den Lernmodus umzustellen.

Umschaltfragen

Im Buch werden sehr einfache Umschaltfragen angeboten: Möchte ich mich so fühlen? Möchte ich das tun? Wie komme ich da hin, wo ich eigentlich hin will? Was sind die Fakten?

Derartige Fragen ermöglichen es, aus dem Kritikermodus in den Lernmodus umzuschalten. Und damit eine ganz andere Basis schaffen für den BASE-Entscheidungsprozess.

B: Die Fragen dienen dazu, dass man seinen Assoziationsspielraum reduziert. Dass man keine Vermutungen aufstellt und sich wieder klar wird.

Ein anderes Lieblingsbuch von mir: The four agreements von Don Miguel Ruiz. Wo ein Kapitel lautet: Don’t make assumptions. Stell keine Vermutungen auf!

Diese Fragen dienen genau dazu: klar zu werden, keine Vermutungen auszustellen wie: „Der macht das absichtlich. Die will mir schaden. …“

Schutzraum Komfortzone

Unser Unterbewusstsein beschützt uns. Es behält uns automatisch in der Komfortzone. Wenn wir etwas Neues lernen, im Lernmodus, bewegen wir uns im Chaos, im Unbekannten, außerhalb der Komfortzone. Und dann ist ein Reflex unseres Unterbewusstseins, ein Worst-Case-Szenario oder Was-wäre-wenn-Szenario zu liefern, um uns im Vertrauten zu halten. Und dann haben wir lauter Vermutungen im Kopf und Blockaden, die einen innerlich davon abhalten, sich wirklich in ein Unternehmen oder in einen Prozess einzubringen.

Bewusst unbewusste Blockaden lösen!

A: Genau, das ist Happy Transformation – eine ganz einfache und relativ schmerzfreie Art und Weise Blockaden zu lösen – ein bisschen schmerzvoll schon (lacht), weil man sich den eigenen Themen stellen muss und das kann schon schmerzvoll sein – es geht nicht mit Fingerschnipps. Veränderung ist etwas, was voraussetzt, dass man dafür offen ist und auch den Mut hat, es zu tun. Unser Unterbewusstsein will uns beschützen und das macht es seit Urzeiten sehr gut und sehr effizient. Und da ist es an uns, zu erkennen, uns bewusst zu werden, dass wir dem nicht für immer ausgeliefert sind. Dass wir es verändern dürfen und es ist an uns, den Mut dazu zu haben: „Ich stelle mich noch einmal dem Schmerz und dem Thema und dann bin ich drüber und dann entscheide ich nicht mehr aus der Angst, einer alten Prägung, einem Muster, einer Blockade oder dem Kritikermodus heraus, sondern ich eröffne mir selbst die Möglichkeit, zu sagen, OK, ich kann auch anders und ich kann voller Freude und Energie meine Themen angehen und in die Kraft kommen und sagen, das ist das, was ich kann und was ich brauche.“

B: Ich kann mich frei entfalten.

A: Genau. Und damit auch einen ganz anderen Beitrag leisten im Unternehmen, in der Gesellschaft und in der Familie. Weil es Menschen berührt und es sich am Ende des Tages doch leichter lebt, wenn man sich seinen Themen und Blockaden vorher gestellt hat.

B: Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, melde dich bei Andrea oder bei mir.

Mache jetzt den Culture-Strategy Check und lass uns gemeinsam transparent mit deinen Talenten kommunizieren.

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