Wundermittel Atmung

Atmung als Schlüssel zur glücklichen Entfaltung

Tief atmen erhöht Konzentration und Kreativität
  • beim Einatmen geht der Bauch hinaus
  • beim Ausatmen geht der Bauch hinein
  • beim Einatmen geht der Bauch hinaus
  • beim Ausatmen geht der Bauch hinein

Wenn der große Stress kommt

B: Bei Happy Talents geht es darum, dass Talente sich glücklich entfalten können. Wenn Deadlines und Liefertermine anstehen, kann es schon mal hektisch, laut und rau zugehen.

Du sagst, in der Ruhe liegt die Kraft. Ruhe ist im hektischen Berufsalltag aber eine sehr schwierige Angelegenheit. Trotzdem soll man zwischendurch zur Ruhe kommen. Wie soll man das deiner Meinung nach schaffen? Wie schafft man es, auch im Stress die Ruhe zu bewahren, bzw. zur Ruhe zu kommen? Was kann man machen?

Wundermittel Atem

A: Ich schwöre auf den Atem. Der Atem ist ein Tool, das man immer dabei hat. Es ist unmöglich, gleichzeitig entspannt zu atmen und gestresst, aufgeregt oder aufgebracht zu sein. 

Im Umkehrschluss: wenn du aufgeregt oder nervös bist oder anfängst, die Geduld zu verlieren und du es dann schaffst, an den Atem zu denken, ruhig zu atmen, rein zu atmen in dann vergehen diese Emotionen und schaffen Platz für die wirklich wichtigen Dinge. Die Atmung ist also ein erstes Schlüsselelement dafür, um sich glücklich entfalten zu können!

Meist merken wir es gar nicht, dass wir nicht ordentlich atmen – mit ordentlich meine ich tief und entspannt in den Bauch hinunter. Wenn du es mit Essen und trinken vergleichst: das merkt man irgendwann – Unterzucker, Hunger, Durst. Auf den Atem hingegen vergessen wir ganz leicht und merken gar nicht, dass wir nicht regelmäßig atmen. Dabei ist der Atem viel wichtiger als essen und trinken.

Ohne Essen überleben wir mehrere Wochen, ohne Trinken mehrere Tage. Ohne Atem hingegen überleben wir nur ein paar Minuten.

Dem Atem schenken wir aber im Alltag viel zu wenig Aufmerksamkeit und das äußert sich dann in fehlender Ruhe. Oft ist es ein schleichender Prozess und wir merken gar nicht, dass wir schon ganz unruhig, aufbrausend, ungeduldig und grantig sind. Kurz, dass wir eigentlich eine Pause brauchen könnten.

Wenn wir uns regelmäßige Pausen gönnen, merkt man es aber sofort. Die Konzentration steigt, die Ruhe kehrt zurück – in Situationen, in denen man aufgebracht oder aufgeregt ist, steigen gleichzeitig die innere Ruhe und die Energie sofort an und damit natürlich auch die Konzentration, Kreativität, Produktivität, Leistungsfähigkteit und Gelassenheit.

Atemtechnik Brust

B: Gibt es verschiedene Arten beim Atem? Was genau kann ich machen?

A: Da ist zB die Brustatmung. Ich nenne sie hier mal salopp die Alltagsatmung: wenn du ganz normal atmest, atmest du wahrscheinlich in die Brust hinein. Aus der Erziehung haben viele von uns noch mit: Schultern zurück, Bauch rein, Brust raus – in dieser Haltung geht der Atem tatsächlich nur in die Brust. Man merkt es auch daran, dass Brust und Schultern sich beim Atmen heben.

Wenn man sich bewusst macht, wo der Atem tatsächlich hinsoll, nämlich in den Bauch hinunter, dann steigt man fast automatisch auf die Zwerchfellatmung um. Das kann ein bisschen Übung brauchen, weil wir es nicht mehr gewohnt sind.

Zwerchfellatmung, Bauchatmung

B: Ist die Zwerchfellatmung besser?

A: Ja, die ist besser! Wer richtig ins Zwerchfell atmet, nutzt bis zu 80% seines Atemvolumens aus. Das heißt auch, dass der Atem die Sauerstoffsättigung erhöht, dadurch steigt sofort die Konzentrationsfähigkeit.

Weil der Atem dann so tief hinuntergeht, dass das Zwerchfell sich bewegt, werden die umliegenden Organe massiert, dadurch wird tatsächlich auch die Verdauung angeregt und Herztätigkeit und Blutkreislauf werden angekurbelt. Die Atmung bewirkt im ganzen Organismus etwas, wenn man sich bewusst darauf einlässt, wirklich in den Bauch zu atmen.

Eine Bekannte, die als Physiotherapeutin in einer Schule mit behinderten Kindern arbeitet, hat mir erzählt, dass sie als Physiotherapeutin am Ergebnis von Schularbeiten sehen kann, ob während der Schularbeit die Sauerstoffsättigung eines Kindes gepasst hat. Wenn intelligente Kinder, die wegen einer Krankheit, die die Sauerstoffsättigung negativ beeinflusst in dieser Behindertenschule bei einer Schularbeit völlig auslassen, dann setzen sich die Physiotherapeuten dafür ein, dass die Schularbeit nicht gezählt wird. In dem Fall ist es krankheitsbedingt natürlich eine Sonderform, aber es zeigt doch, wie wichtig die Sauerstoffsättigung ist. Als gesunde Menschen können wir diese durch bewusstes Atmen bewusst erhöhen – Konzentration, Produktivität, Energie erhöhen sich.

Atme Ben!

B: Atmen ist gut und schön, aber mein Tag ist zB so strukturiert, dass ich an Atmung gar nicht gesondert denke. Gibt es da Möglichkeiten, dass ich mir selbst sage: “Atme Ben”?

A: Ich, als weniger strukturierter Mensch, würde zB mit Post its am Bildschirm, im Auto, am Badezimmerspiegel arbeiten. Bewusstes Atmen schadet nie und geht immer. Bewusste, tiefe Atmung kann auch ein sehr schönes Morgenritual sein!

Hättest du eine Idee, wie du das in deinen super strukturierten Alltag einbauen könntest?

B: Ich denke eher an Atmung, wenn ich sowieso gelassen bin. Und dann brauch ich es gar nicht so dringend. Ich könnte mir vorstellen, mit einem Wecker zu arbeiten, obwohl ich auch nicht aus meinem Flow gerissen werden wollte. Also entweder mit einem Wecker oder, da ich gerne mit der Pomodortechnik arbeite – also 25 min. konzentrierte Arbeit und 5 Minuten Pause, könnte ich mir vorstellen, die Atmung da bewusst zu integrieren.

Gibt es Übungen zur Atmung? Was kann man da machen? Oder reicht es, einfach 2-3 x tief ein- und auszuatmen?

Flow vs. Trigger

A: Dass du nicht von einem Atemwecker aus dem Flow gerissen werden willst, finde ich super. Vielleicht kannst du deine Atmung einmal beobachten, wenn du gerade im Flow bist: dann wird deine Atmung wahrscheinlich ohnehin sehr gleichmäßig, tief und entspannt sein. Das kann jeder einmal bei sich beobachten! Wenn es uns gut geht, wir entspannt sind und produktiv, atmen wir automatisch ruhiger – wenn auch vielleicht noch nicht ganz so tief, wie gut wäre.

Grundsätzlich braucht es nicht viel. Als Trigger könntest du nehmen, wenn du merkst, dass du im Stress oder aufgeregt bist. Oder wenn du das Gefühl hast, zerstreut zu sein. Dann heißt es nur noch, als erstes an die Atmung zu denken und nicht an die Ursache des momentan erhöhten Stresslevels.

Unlängst hatte ich ein Coaching mit einem Klienten, der war völlig im Außen verfangen, abgelenkt und hektisch. Für ihn war es eine ganz große Errungenschaft, einfach zu atmen, sich auf den Atem zu konzentrieren und sich damit zu zentrieren. Weil er dadurch wieder zu sich kommt und sich auf das konzentrieren kann, woran er eigentlich gerade arbeiten und seinen Fokus legen will.

Es kann auch ein Trigger sein, festzustellen: “Jetzt taugt es mir nicht. Ich bin nicht fokussiert.”

Tief ein- und ausatmen

B: Wie funktioniert das? Ich merke bei mir in manchen Situationen, dass ich nervös bin oder in Angst verfalle. Wie kann ich zentriert atmen?

A: Im Moment dran denken und einmal tief einatmen. In so einer Situation reicht es oft schon, einfach einmal tief in den Bauch zu atmen. Wenn mehr Zeit ist, zB vor einem wichtigen Gespräch, vor einem Workshop oder einer Präsentation, gerne auch 3 x oder 5 x – wichtig ist, wirklich den Fokus rein auf die Atmung zu legen. So kannst du ganz leicht und schnell nochmal kurz den Kopf frei kriegen.

Wir haben oft das Gefühl, wir müssen sofort eine Antwort geben. Jemand fragt dich etwas und du musst sofort antworten. Du kannst dir aber wirklich den Moment nehmen, tief ein- und ausatmen und dann erst lossprechen. Dann ist auch die Stimme entspannter und ruhiger, die Gedanken sind freier, du wirst insgesamt nicht so gepresst und gehetzt sein. Das wirkt sich auf das gesamte Gespräch aus, auf deine Wirkung, auf das Gegenüber, auch auf die Inhalte, die du erzählst, weil du besser denken kannst. Es braucht also wirklich nicht viel. Es reichen 3 tiefe Atemzüge in den Bauch hinunter.

Wenn du dich darein mehr vertiefen möchtest und dir dafür ein paar Minuten Zeit nehmen möchtest, kannst du mal schauen, was macht der Atem mit mir. Wenn du das ein paar mal machst und öfter übst, wird es auch automatisiert, du denkst leichter dran, es fällt dir leichter, deinen Atem in den Bauch hinunter zu leiten. Das Schöne ist, es bilden sich mit der Zeit Gewohnheiten und irgendwann ist das tiefe Atmen ein ganz natürlicher Teil des täglichen Lebens.

Atemübung für jeden Tag

Einfach atmen ist eine kurze, einfache Übung für dich, um wieder in die tiefe Bauchatmung zu finden. Die tiefe Bauchatmung (oder Zwerchfellatmung) erhöht Konzentration, Kreativität und Leistungsfähigkeit.

Es ist unmöglich, tief in den Bauch zu atmen und gleichzeitig aufgeregt, angespannt oder aufgebracht zu sein! Im Umkehrschluss kann es sehr hilfreich sein, ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen, wenn du dich aufgeregt fühlst oder merkst, dass du gleich die Geduld verlierst. Auch wenn der Kopf voller Gedanken ist, die für kreative Ideen keinen Platz mehr lassen, schaffen ein paar tiefe Atemzüge wieder Raum für Klarheit.

Probier es einfach mal aus!

Wie tief wird bei dir im Unternehmen geatmet? Die Frage kommt zwar in unserem Culture Check nicht vor, ist es aber auf jeden Fall trotzdem wert, mal gestellt zu werden!

Mache jetzt den Culture Check und lass uns gemeinsam transparent mit deinen Talenten kommunizieren.

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